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01.09.2021

Für eine korrekte Diagnose ist der Arzt zuständig. Damit das Lipödem korrekt erkannt wird, sind Phlebologen (Venenarzt), Gefässspezialisten und Lymphologen die richtigen Ansprechpartner. Hinter dem Begriff “Lipödem” verbirgt sich weit mehr als nur ein ästhetisches Problem. Auf den ersten Blick sieht die Figur so aus, als seien die betroffenen Frauen – Männer leiden so gut wie nie unter einem Lipödem – an einigen Stellen einfach nur zu dick. Bei genauerer Betrachtung stellt sich aber heraus: Bei einem ansonsten normalgewichtigen bzw. schlanken Körper sind die Oberschenkel und das Gesäss massiv ausgeprägt. In manchen Fällen sind auch die Oberarme betroffen.

Die Ursache ist eine Fettverteilungsstörung, die zum optisch und körperlich, sowie psychisch extrem belastenden Lipödem führt. Es handelt sich dabei eindeutig um eine Krankheit und hat nichts mit einem falschen Essverhalten oder mangelnder Disziplin zu tun. Das Lipödem hat Auswirkungen in allen Lebensbereichen. Konservative Behandlungen bieten nur geringfügige Linderung der Beschwerden. Sport und Diäten bringen so gut wie keine Besserung. Wesentlich mehr Aussicht auf Erfolg hat eine Fettabsaugung an den betroffenen Stellen. Dadurch erreichen die Patientinnen Schmerzfreiheit, eine ästhetische Verbesserung und wieder mehr Lebensqualität.

Beim Lipödem “entgleisen” die Fettzellen. Sie vergrössern sich ungebremst, und die Ursache ist nicht vollständig geklärt. Das Lipödem tritt fast ausschliesslich bei Frauen auf. Betroffene Körperstellen sind in der Regel: Oberschenkel, Hüfte, das Gesäss, Unterschenkel bis zum Knöchel, Oberarme, seltener zusätzlich die Unterarme. Zu massiven Beschwerden kommt es, weil sich zwischen den vermehrten und vergrösserten Fettzellen Flüssigkeit einlagert. Das Lipödem wird oft erst nach langer Leidenszeit korrekt diagnostiziert. Häufig sprechen Ärzte von Adipositas, was aber ein schwerwiegender Irrtum ist. Manchmal kommt es auch zur Verwechslung mit dem sogenannten “Lymphödem”.

Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Lipödems sind nicht bekannt, beziehungsweise noch nicht ausreichend erforscht. Eine genetische Veranlagung wird angenommen, aber auch hormonelle Störungen können die Ursache sein. Nachdem sich das Lipödem oft während oder zeitnah nach der Pubertät entwickelt, liegt der Zusammenhang mit einem hormonellen Hintergrund auf der Hand. Nach einer Schwangerschaft kann es ebenfalls zum Auftreten eines Lipödems kommen, ein weiterer möglicher Zeitpunkt ist die Menopause. Das Körpergewicht hat auf die Entstehung eines Lipödems aber keinen Einfluss. Grundsätzlich gilt: Das Lipödem kann bei schlanken und normalgewichtigen Frauen ebenso entstehen wie bei Frauen mit höherem Gewicht. Das ist bei vielen betroffenen Frauen deutlich sichtbar. Oberkörper, Gesicht, Füsse und Hände sind völlig normal geformt. An den Beinen und am Gesäss, seltener auch an den Armen, zeigen sich die optischen Veränderungen durch die vergrösserten Fettzellen. Der Kontrast zu einer eigentlich schlanken Figur macht den Unterschied noch deutlicher. Erst in einem fortgeschrittenen Stadium wirkt sich eine zusätzlich vorhandene Adipositas negativ aus.

Mögliche Symptome eines Lipödems auf einen Blick:

  • müde und schwere Beine, besonders im Lauf des Tages nimmt der Beinumfang zu
  • Neigung zu Besenreisern
  • vermehrt Blutergüsse, blaue Flecken oft schon nach geringen Stössen 
  • geschwollene Beine, die Unterschenkel nehmen gegen Abend an Umfang zu
  • starker Druck und Berührungsschmerz
  • knotige, weiche Haut, Dellen in der Haut, Orangenhaut

Was folgt, wenn ein Lipödem nicht behandelt wird?

Zu den leichteren Beschwerden zählen Schwellungen an den Beinen und Armen, die betroffenen Regionen reagieren sehr empfindlich auf Berührungen. Schnell entstehen Blutergüsse, im späteren Stadium reiben die Innenseiten der Oberschenkel aneinander. Dann können sich wunde Stellen und Ekzeme bilden. Viele betroffene Frauen berichten, dass das Tragen von eng anliegender Kleidung unangenehm ist. An den Beinen bilden sich Besenreiser und Krampfadern. Die Gelenke leiden unter dem erhöhten Gewicht, häufig nimmt die Patientin eine Schonstellung ein. Die Folge sind X-Beine und Deformierungen an den Kniegelenken. Wenn das Lipödem jahrelang unbehandelt bleibt, kann ein Lymphödem dazu kommen, in manchen Fallen bildet sich die Mischform Lipolymphödem. In vielen Fällen tritt eine starke Einschränkung der Beweglichkeit auf. Selten, aber möglich: Einige Frauen sind auf Gehhilfen angewiesen. Mitunter sind die betroffenen Frauen nicht mehr erwerbsfähig, die psychische Belastung ist ebenfalls erheblich. Durch die veränderte Optik – normaler Oberkörper, voluminöses Gesäss und sehr kräftige Oberschenkel – kommt es leider oft zu abfälligen Bemerkungen bis hin zum Mobbing. Den betroffenen Frauen wird unterstellt, sie seien disziplinlos und müssten einfach nur weniger essen und mehr Sport treiben. Das Selbstwertgefühl sinkt. Zur körperlichen Beeinträchtigung können Depressionen und Essstörungen kommen. Viele Frauen sind frustriert, fühlen sich unattraktiv und minderwertig. Der Kleiderkauf wird zum Stress, weil die Konfektionsgrössen von Oberkörper und Hüfte stark voneinander abweichen. Der Rückzug aus der Öffentlichkeit ist eine weitere Folge. Für die erfolgreiche Behandlung eines Lipödems ist die psychologische Unterstützung ein wesentlicher Faktor.

Die typischen Zeichen bei der Diagnose:

Die ersten und typischen Anzeichen des Lipödems sind Spannungsgefühle, Schmerzen und Erschöpfung in den Beinen. Sie beginnen bei längerem Stehen oder Sitzen, werden im Lauf des Tages zunehmend heftiger und können bis ins Unerträgliche anwachsen. Besonders schlimm ist es bei warmen Temperaturen, aber auch bei niedrigem Luftdruck (Flugreisen). Die Schmerzen lassen selbst durch Hochlagern der Beine nicht nennenswert nach, bei manchen Frauen sind sie einige Tage vor der Monatsblutung besonders ausgeprägt.

Das Lipödem betrifft ausnahmslos Frauen und tritt nie vor der Pubertät auf. Es kann auch im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft, den Wechseljahren oder einer gynäkologischen Operation (Entfernung von Gebärmutter, Eierstöcken, Eileiter, etc.) auftreten bzw. sich verschlimmern. Aus diesen Gründen wird eine hormonelle Ursache dieser Krankheit vermutet.
Es wurde jedoch auch von Fällen berichtet, in denen ein Lipödem nach einer Vollnarkose oder einer schweren Stress-Situationen (Tod eines geliebten Menschen, Scheidung, Schock etc.) auftrat. Dann wird oft schnell ein Kummerspeck "diagnostiziert“, den sich die arme Frau angefuttert hat.

Oft wird eine familiäre Häufung des Lipödems festgestellt; es kann aber auch “spontan“, also ohne ein in der Familie bisher beobachtetes Vorkommen auftreten. Und – darauf wird mit Nachdruck hingewiesen – magere Frauen können ebenso ein Lipödem bekommen wie fettleibige! Interessanterweise kommt das Lipödem bei Asiatinnen praktisch nicht vor.

Das Lipödem hat eine Neigung zur Verschlimmerung, diese "Progredienz" ist aber individuell stark unterschiedlich und im Einzelfall nicht vorhersagbar. Bei manchen Frauen kommt die Zunahme des Fettgewebes bis zu einer bestimmten Ausprägung und verharrt in dem Zustand das ganze Leben lang. Bei anderen nimmt das Lipödemdagegen von Anfang an rapide zu. Und manchmal bleibt es jahrelang konstant, um sich dann schubartig zu verschlimmern. Der weitaus grösste Teil aller Lipödeme tritt im Alter zwischen 20 und 30 Jahren auf.

 

Ein Lipödem muss von Ihrem Arzt diagnosiert werden

 Die Diagnose des Lipödems erfolgt grundsätzlich durch

  1. Erhebung der Krankheitsgeschichte (Anamnese),
  2. Anschauen (Inspektion) und
  3. Abtasten (Palpation).

Anhand dieser drei Elemente der “Basisdiagnose“ kann der lymphologisch kompetente Arzt in mehr als 90 Prozent der Fälle ein Lipödem eindeutig diagnostizieren.

Wer kann ein Lipödem diagnostizieren? 

Lipödem-Klassifizierung nach Marshall und Schwahn-Schreiber

Diese beiden Autoren haben einen interessanten Vorschlag zur Klassifizierung des Lipödems anhand sonometrischer Kriterien gemacht. Dabei wird die gemeinsame Dicke von Kutis und Subkutis 6 bis 8cm oberhalb des Malleolus medialis (Innenknöchel) gemessen. Diese Stelle gilt selbst bei proximal (körpernah) betonten Lipödemen als verlässlicher Referenzpunkt.

Dicke von Kutis und Subkutis und deren Einstufung


12 bis 15mm leichtes Lipödem oder Lipohyperplasie
15 bis 20mm mässiges Lipödem
20 bis 30mm ausgeprägtes Lipödem
mehr als 30mm schweres Lipödem

 

Typische Kennzeichen des Lipödems

Einige der typischen Kennzeichen des Lipödems sind folgende:

  1. Es tritt immer symmetrisch an beiden Beinen auf (Leitsymptom).
  2. Häufig sind zusätzlich die Arme betroffen, dann ähnelt die Fettverteilung dort der an den Beinen.
  3. Niemals sind die Füsse bzw. die Hände betroffen, das vermehrte Fettgewebe erstreckt äusserstenfalls bis zu den Knöcheln bzw. Handgelenken (Leitsymptom).
  4. Spontane ("grundlose“) Schmerzen in Form eines dumpfen Schwellungsgefühls bis hin zu "berstenden“ Spannungsschmerzen, Berührungs- und Druckschmerzhaftigkeit an Ober- und Unterschenkeln. Diese Beschwerden verschlimmern sich meist mit zunehmender Flüssigkeitseinlagerung im Lauf des Tages (Leitsymptom). Bei manchen Frauen sind die Schmerzen in den Tagen vor der Monatsblutung besonders stark.
  5. Ausgeprägte Neigung zu Hämatomen ("blaue Flecken", Blutergüsse) schon bei geringen Stössen oder Druckbelastung aufgrund einer erhöhten Brüchigkeit der Haargefässe ("Kapillarfragilität") (Leitsymptom).
  6. Flüssigkeitseinlagerungen ("orthostatische Ödeme") im Fettgewebe des Lipödems (also nicht in den Füssen) in der zweiten Tageshälfte, insbesondere bei warmem Wetter und nach langem Stehen oder Sitzen (Leitsymptom). Die Beine fühlen sich dann sehr schwer, schmerzhaft gespannt, müde und kraftlos an. Die Schmerzen lassen selbst durch Hochlagern der Beine nicht nennenswert nach. Bei manchen Frauen treten die Flüssigkeitseinlagerungen kurz vor der Monatsblutung verstärkt auf.
  7. Die Menge des Fettgewebes im Lipödem kann weder durch Diät noch Sport reduziert werden (Diät-Resistenz). Selbst extreme Abmagerungskuren, die Oberkörper und Gesicht ausgemergelt und knochig wirken lassen, führen zu keiner Abnahme des Lipödems (Leitsymptom). 

Ein Leitsymptom (auch Kardinalsymptom oder Kernsymptom) ist das bedeutsamste Zeichen einer bestimmten Erkrankung oder Verletzung. Es ist eine wesentliche Orientierungshilfe bei der Diagnosefindung. So auch hier: Fehlt eines der Leitsymptome, kann die Diagnose "Lipödem" nicht gestellt werden. Dann sind weitergehende Untersuchungen notwendig.

Finden Sie den besten Arzt für Lipödem-Behandlung:

Wie eingänglich erwähnt, sind Phlebologen, Gefässspezialisten und Lymphologen die richtigen Ansprechpartner. Wenn als Behandlung eine Fettabsaugung in Betracht kommt, ist ein Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie oder ein Facharzt für Dermatologie der geeignete Arzt.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: lipoedemclinic.ch

 

Sie möchten mehr über die Lipödem-Behandlung erfahren? Gerne sind wir jederzeit für Sie da! 

Wir verstehen, dass die Behandlung eines Lipödems wohl überlegt sein will. Gerne nehmen wir uns deshalb die Zeit, um Ihnen im Rahmen einer kostenlosen und unverbindlichen Erstkonsultation alle Fragen zu beantworten. Vereinbaren Sie noch heute Ihren Beratungstermin in der LIPÖDEMCLINIC. 

Sollten Sie vor der Beratung eine kurze online Vorabklärung wünschen, können Sie uns gerne per E-mail kontaktieren. Für Patienten, die nicht sehr mobil sind oder eine lange Anreise hätten, offerieren wir zudem Skype Konsultationen. 

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