Lipödeme beginnen üblicherweise am Unterschenkel im Bereich der Knöchelregion und hören dort wie ein «Muffenkragen» auf. Bis zum Abend ist eine richtige Stufe sichtbar, die oftmals die Knöchel miteinbezieht, sodass diese nicht mehr sichtbar sind. Der Fuss selbst und die Zehen schwellen hierbei nur mässig oder sogar gar nicht an. Die Schwellungen sind meistens zirkulär, also rund um das Bein.
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Am Oberschenkel tritt das Lipödem vor allem an der Innenseite, vorne und an der Aussenseite auf. Die typischen weiblichen Fettpolster wie Reiterhose oder der Innenbereich der Oberschenkel werden bei einem Lipödem wesentlich ausgeprägter und nehmen teilweise sogar groteske Formen an. In solchen Fällen ist vielen Frauen schon damit geholfen, dass sie wieder in eine Hose passen, ohne nur von Massanfertigungen leben zu müssen.
Am Oberarm treten die Schwellungen auch zirkulär auf und sind in selteneren Fällen auch am Unterarm sichtbar.
Eine diät- und sportresistente unproportionale Fettverteilung an Beinen, Hüften oder Armen findet sich bei vielen Frauen. Medizinisch wird eine solche Vermehrung des Unterhautfettgewebes als Lipohypertrophie oder auch als «falsches» Lipödem bezeichnet.
Diese Fettverteilungsstörung kann sehr ausgeprägt sein und für betroffene Frauen zu einer erheblichen körperlichen als auch psychischen Belastung werden. Sie schämen sich für ihre Beine oder ihren Körper, vermeiden bestimmte Kleidung oder Situationen, in denen sie ihre Beine zeigen müssten, und fühlen sich zunehmend unwohl in ihrem eigenen Körper. In manchen Fällen kann dieses «Bodyshaming» sogar zur sozialen Vereinsamung führen.
Besonders frustrierend ist für viele die Erfahrung, dass sich die Proportionen trotz Gewichtsabnahme, bewusster Ernährung und regelmässiger Bewegung kaum verändern. Während beispielsweise Bauch, Gesicht oder Oberkörper schlanker werden, bleiben die ausgeprägten Fettpolster an Armen und Beinen bestehen. Dadurch kann die Disproportion sogar noch deutlicher sichtbar werden. Auch ganz praktische Probleme können hinzukommen: Hosen oder Stiefel passen nicht, für Ober- und Unterkörper werden unterschiedliche Konfektionsgrössen benötigt und die Suche nach passender Kleidung wird zur täglichen Herausforderung.
All das kann einen erheblichen Leidensdruck verursachen – auch wenn medizinisch kein Lipödem vorliegt.
Genau hier ist jedoch eine wichtige Unterscheidung notwendig:
Eine Fettverteilungsstörung allein ist nach der aktuellen S2k-Leitlinie noch kein Lipödem.
Von einem Lipödem sprechen wir erst dann, wenn zu der disproportionalen Fettgewebsvermehrung an den Extremitäten die für das Krankheitsbild charakteristischen Beschwerden hinzukommen. Dazu gehören insbesondere Druckschmerz, Berührungsschmerz, Spontanschmerz und ein Schweregefühl in den betroffenen Regionen.
Das bedeutet: Zwei Frauen können äusserlich eine sehr ähnliche Fettverteilung haben – und dennoch unterschiedliche Diagnosen erhalten. Besteht die disproportionale Fettvermehrung ohne die charakteristischen Beschwerden, sprechen wir von einer Lipohypertrophie oder einem «falschen» Lipödem. Kommen entsprechende Beschwerden hinzu, kann ein Lipödem vorliegen.
Diese Unterscheidung ist besonders wichtig. Denn nach der S2k-Leitlinie entscheidet nicht das Aussehen allein entscheidet über die Diagnose Lipödem, sondern die Kombination aus Fettverteilung, Beschwerden, Krankengeschichte und ärztlichem Untersuchungsbefund.
Was die Leitlinien aus unserer Sicht allerdings zu wenig berücksichtigen, ist der enorme psychische Leidensdruck, den alleine eine ausgeprägte Fettverteilungsstörung verursachen kann. Scham, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und die Frustration darüber, dass sich die betroffenen Regionen trotz aller Bemühungen kaum verändern, können die Lebensqualität ebenso stark beeinträchtigen wie körperliche Schmerzen.
Uns ist es egal, ob bei Ihnen ein Lipödem oder «nur» eine Lipohypertrophie vorliegt: Wenn Sie unter Ihren Körperproportionen oder Ihren Beschwerden leiden, nehmen wir das ernst. Gemeinsam besprechen wir, was Sie stört, was Sie verändern möchten und welche Behandlungsmöglichkeiten für Ihre persönliche Situation sinnvoll und am besten geeignet sind.
Wir verstehen, dass die Behandlung eines Lipödems wohl überlegt sein will. Gerne nehmen wir uns deshalb die Zeit, um Ihnen im Rahmen einer unverbindlichen Erstkonsultation alle Fragen zu beantworten. Vereinbaren Sie noch heute Ihren Beratungstermin in der LIPÖDEMCLINIC.
Sollten Sie vor der Beratung eine kurze Vorabklärung wünschen, können Sie uns gerne per E-mail kontaktieren.
Egal, auf welchem Weg Sie uns erreichen wollen – wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören/lesen!