Besteht neben dem Lipödem Übergewicht oder Adipositas, steht für uns zunächst die Gewichtsnormalisierung im Vordergrund. Hier haben moderne Medikamente wie Semaglutid oder Tirzepatid die Möglichkeiten der Adipositastherapie erheblich erweitert.
Sie reduzieren Hunger und bei vielen Patientinnen auch das sogenannte «Food Noise» – das ständige gedankliche Beschäftigtsein mit Essen. Dadurch kann eine Ernährungsumstellung wesentlich leichter fallen. Mit sinkendem Gewicht können sich Belastung, Beweglichkeit und bei vielen Patientinnen auch die Beschwerden der Beine verbessern.
Darüber hinaus werden für GLP-1-basierte Therapien interessante entzündungsmodulierende Wirkungen untersucht. Ob sie unabhängig von der Gewichtsabnahme eine spezifische Wirkung auf das Lipödem und dessen Schmerzen haben, ist wissenschaftlich allerdings noch nicht ausreichend geklärt.
Deshalb gilt: GLP-1-basierte Medikamente behandeln nicht das Lipödem an sich. Bei gleichzeitigem Übergewicht oder Adipositas können sie für uns jedoch eine besonders wichtige therapeutische Option sein.
Wassertreibende Medikamente, sogenannte Diuretika, wurden früher häufiger bei vermeintlichen «Wassereinlagerungen» des Lipödems eingesetzt. Heute wissen wir, dass eine Flüssigkeitseinlagerung nicht das definierende Problem des Lipödems ist.
Diuretika sind deshalb keine Standardtherapie des Lipödems. Sie können in besonderen Situationen sinnvoll sein, wenn zusätzlich eine andere Erkrankung mit relevanten Flüssigkeitseinlagerungen vorliegt.
Bei gleichzeitig bestehenden venösen Beschwerden können sogenannte Venentherapeutika eingesetzt werden. Hierzu gehören unter anderem Präparate mit Wirkstoffen aus Rosskastanie, rotem Weinlaub oder Mäusedorn.
Einzelne Patientinnen empfinden darunter eine Verbesserung von Schweregefühl oder anderen Beinbeschwerden. Auch hier gilt jedoch: Diese Medikamente behandeln nicht das Lipödem selbst, und für eine spezifische nachhaltige Wirkung auf Lipödemschmerzen oder das Lipödemfett gibt es bislang keine überzeugende Evidenz.
So gross der Wunsch nach einer Tablette oder Spritze gegen das Lipödem verständlicherweise ist: Eine spezifische medikamentöse Therapie, die das Lipödemfett dauerhaft beseitigt, gibt es derzeit nicht.
Deshalb behandeln wir nicht einfach «das Lipödem mit Medikamenten», sondern schauen genau hin: Besteht Übergewicht? Gibt es eine venöse oder lymphatische Begleiterkrankung? Woher kommen die Schmerzen? Und welche Behandlung verspricht in Ihrer persönlichen Situation tatsächlich einen Nutzen?
Medikamente können wichtige Bausteine einer Behandlung sein – aber sie ersetzen weder eine sorgfältige Diagnostik noch ein individuell abgestimmtes Gesamtkonzept.
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| Kosten Medikamente | auf Rezept (Krankenkasse) |
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Wir verstehen, dass die Behandlung eines Lipödems wohl überlegt sein will. Gerne nehmen wir uns deshalb die Zeit, um Ihnen im Rahmen einer unverbindlichen Erstkonsultation alle Fragen zu beantworten. Vereinbaren Sie noch heute Ihren Beratungstermin in der LIPÖDEMCLINIC.
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